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Die Guy-Fawkes-Maske: Woher sie kommt und was sie bedeutet

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ZusammenfassungDie Guy-Fawkes-Maske zeigt ein blasses, lächelndes Gesicht mit spitzem Kinn- und Schnurrbart. Bekannt wurde sie durch den Comic und den Film V wie Vendetta, und heute steht sie weltweit für Protest gegen Obrigkeit.

Wer war Guy Fawkes?

Ein echter Mann, kein erfundener. Guy Fawkes gehörte zu einer Gruppe englischer Katholiken, die am 5. November 1605 das Parlament in London sprengen wollten, mitsamt König Jakob I. Fawkes bewachte die Sprengstofffässer im Keller und wurde dort in der Nacht vor dem Anschlag festgenommen.

Das Scheitern wird in Großbritannien bis heute gefeiert, mit Feuerwerk und brennenden Puppen. Die Bonfire Night am 5. November erinnert also nicht an den Attentäter, sondern an seine Festnahme.

Wie wurde daraus eine Maske?

Alan Moore und David Lloyd veröffentlichten zwischen 1982 und 1989 den Comic V for Vendetta. Ihre Hauptfigur, ein maskierter Widerstandskämpfer gegen einen faschistischen Staat, trägt ein stilisiertes Guy-Fawkes-Gesicht. Lloyd hatte vorgeschlagen, die Figur so aussehen zu lassen, statt ihr ein weiteres Superheldenkostüm zu geben.

Die Verfilmung von 2006 machte das Gesicht dann massentauglich. Zeitweise gingen weltweit mehrere hunderttausend Masken im Jahr über den Ladentisch.

Warum tragen Demonstranten sie?

Weil sie zwei Dinge gleichzeitig kann. Sie verdeckt das Gesicht, und sie ist ein Bekenntnis. Ab 2008 machte das Netzkollektiv Anonymous sie zu seinem Erkennungszeichen, zuerst bei Protesten gegen Scientology, später bei Occupy und vielen weiteren Anlässen.

Dazu kommt ein Nebeneffekt, der zur Sache passt: In der Menge sind alle gleich, und niemand ist einzeln greifbar.

Was bedeutet das V?

Im Comic ist V der Name der Figur und zugleich die römische Fünf, ein Verweis auf den 5. November. Der bekannteste Satz aus der Geschichte ist ein alter englischer Vers zur Bonfire Night, dem Feuerwerksabend am 5. November, der mit den Zeilen beginnt: Remember, remember, the fifth of November.

Wer den Reim kennt, versteht auch, warum ein gescheiterter Anschlag von vor vierhundert Jahren zum Symbol für alles Mögliche geworden ist. Es geht nicht um das Pulver, sondern um die Idee, dass eine Person austauschbar ist und eine Idee nicht.

Was denkt der Erfinder darüber?

Alan Moore hat sich von der Verfilmung distanziert, den Film nie gesehen und auf Nennung wie Honorar verzichtet. Die Masken auf Demonstrationen bemerkte er ab 2008 bei Anonymous.

Die Rechte am Bild liegen bei Time Warner, und der Konzern kassiert bei jeder offiziell verkauften Maske mit. Moore fand genau das erheiternd: Er sprach davon, wie er Time Warner dabei zusehe, einen Drahtseilakt zu vollführen. Es sei peinlich, als Konzern an einem konzernfeindlichen Protest zu verdienen, und trotzdem lehne man ungern Geld ab.

Wer die Maske lieber auf der Brust trägt, findet sie bei uns auf dem Shirt Anonymous, samt Leitspruch der Bewegung.

Quellen

  1. Alan Moore, David Lloyd: V for Vendetta (Comic, 1982–1989)
  2. V wie Vendetta (James McTeigue, 2006)
  3. UK Parliament: The Gunpowder Plot of 1605
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