Was ist Totoro für ein Tier? Und was sind die Rußmännchen?
Miyazaki selbst hat sich nie festgelegt. Er nannte Totoro ein Tier und keinen Geist, eines, das sich von Eicheln ernährt, und den Gedanken, die Totoros seien Hüter des Waldes, ausdrücklich eine halbgare Näherung.
Woher kommt der Name?
Von einem Missverständnis, das Mei selbst erzeugt. Sie fragt das Wesen, wer es sei, hört eine Folge von Brülllauten und versteht darin Totoro. So heißt es von da an.
Die Verbindung zum Troll zieht erst Satsuki, die das Wesen aus einem Bilderbuch wiederzuerkennen glaubt. Auf Japanisch klingt Troll ungefähr wie tororu, und damit passt Meis Hörfehler zufällig zusammen. Korrigiert wird er nie.
Wie viele Totoros gibt es?
Drei, und sie sind unterschiedlich groß. Der große, graue heißt Ō-Totoro und ist laut Miyazaki über tausend Jahre alt. Daneben gibt es einen mittleren in Blau und einen kleinen, fast durchsichtigen in Weiß.
Nur Kinder sehen sie. Die Erwachsenen im Film tun die Berichte trotzdem nicht als Träume ab: Der Vater nimmt die Mädchen ernst, und die Nachbarin erzählt, dass sie die Rußmännchen als Kind selbst gesehen hat.
Was sind die Rußmännchen?
Kleine schwarze Fellkugeln mit großen Augen, die in leerstehenden Häusern wohnen und nur sichtbar werden, wenn man aus dem Hellen ins Dunkle tritt. Auf Japanisch heißen sie Susuwatari, was ungefähr Rußwanderer bedeutet. Mei und Satsuki nennen sie im Film Makkuro Kurosuke, also etwa pechschwarzes Schwärzchen.
Sie tun niemandem etwas. Ziehen Menschen in ein leeres Haus ein, verschwinden sie von selbst und suchen sich das nächste.
Kommen die Rußmännchen noch woanders vor?
Ja, in Chihiros Reise ins Zauberland von 2001. Dort schleppen sie im Heizungskeller Kohlestücke für den Heizer Kamaji und legen sich demonstrativ hin, sobald jemand ihnen die Arbeit abnimmt.
Ob es dieselben Wesen sind, sagt keiner der beiden Filme. Studio Ghibli hat die Frage nie beantwortet, was vermutlich Absicht ist.
Worum geht es in dem Film eigentlich?
Zwei Schwestern ziehen aufs Land, weil die Mutter in einem Krankenhaus in der Nähe liegt. Der Film erzählt, wie sie sich die Wartezeit erklären, und die Waldgeister gehören zu dieser Erklärung.
Es passiert dabei wenig. Es gibt keinen Bösewicht, keinen Wettlauf, keinen Kampf. Wer den Film als Kind gesehen hat, erinnert sich trotzdem an die Szene an der Bushaltestelle: Die Mädchen warten im Regen auf den Vater, Totoro stellt sich dazu, bekommt einen Schirm gereicht und freut sich so über das Trommeln der Tropfen, dass er mit einem Sprung den ganzen Baum abschüttelt. Dann hält der Katzenbus. Die Rußbold-Plüschfigur und mehr aus dem Studio stehen in der Ghibli-Ecke.
Quellen
- Mein Nachbar Totoro (Hayao Miyazaki, Studio Ghibli, 1988)
- Chihiros Reise ins Zauberland (Hayao Miyazaki, Studio Ghibli, 2001)
