Was ist Latiao?
Woraus bestehen Latiao?
Grundlage ist ein Teig aus Weizenmehl mit hohem Anteil an Gluten, dem Eiweiß des Weizens. Das Ergebnis ähnelt dem Seitan, der in Europa meist als Fleischersatz verkauft wird, nur bleibt bei Latiao die Stärke im Teig.
Die Masse wird unter Hitze und Druck durch eine Düse gepresst, wodurch die faserige Struktur entsteht. Danach kommt sie in eine Mischung aus Öl, Chili, Zucker, Salz und Gewürzen.
Wie schmecken sie?
Scharf und süß zugleich, mit einem kräftigen Umami-Ton. Die Schärfe kommt nicht als Stich, sondern breit und anhaltend, und der Zucker federt sie ab, ohne sie wegzunehmen.
Ungewohnt ist für viele weniger der Geschmack als die Textur. Latiao sind weich und gleichzeitig zäh, ungefähr wie ein sehr dünner Streifen Kaugummi, der nachgibt.
Woher kommen sie?
Aus dem Kreis Pingjiang in der Provinz Hunan, und die Entstehung hat einen konkreten Anlass. Im Sommer 1998 trafen die schwersten Überschwemmungen am Jangtse seit einem halben Jahrhundert die Region. Über 200 Millionen Menschen waren betroffen, und die Sojabohnenernte war dahin.
Genau darauf beruhte die dortige Snackproduktion. Drei Hersteller aus Pingjiang stellten daraufhin auf Weizen um, und daraus entstand Latiao.
Was als Behelf gedacht war, wurde zum Verkaufsschlager. Heute ist Latiao ein Milliardenmarkt und der Snack, den chinesische Schulkinder am häufigsten in der Hand haben.
Warum sind sie im Netz so präsent?
Weil sie sich gut filmen lassen. Latiao tauchen regelmäßig in Mutproben und Verkostungsvideos auf, wo Leute außerhalb Chinas sie zum ersten Mal probieren und die Kamera dabei mitläuft.
Dazu kommt die Verpackung, die traditionell grell ist und selten verrät, was drin ist. Wer eine Tüte geschenkt bekommt, weiß meistens nicht, worauf er sich einlässt.
Sind Latiao vegetarisch?
In der Regel ja, weil die Grundlage Weizen ist. Sicher ist das trotzdem nicht: Manche Sorten enthalten Fleischaroma oder Zusätze tierischen Ursprungs, und die Zutatenliste steht oft nur auf Chinesisch auf der Rückseite.
Wer sich nicht sicher ist, fotografiert die Liste und lässt sie übersetzen. Das dauert länger als das Essen selbst, ist aber die einzige verlässliche Methode.
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